Kunstschule Zinnober in Papenburg und Kunstschule Lingen

Eine blaue, runde Decke in Anlehnung an unseren Planeten, sortierte Naturhölzer, Erde in Form von Tonklumpen und »natürlich« Äpfel als Mitwirkende. Foto: Kunstschule Lingen
Eine blaue, runde Decke in Anlehnung an unseren Planeten, sortierte Naturhölzer, Erde in Form von Tonklumpen und »natürlich« Äpfel als Mitwirkende. Foto: Kunstschule Lingen

Wir von der Kunstschule Zinnober haben gemeinsam mit unseren Kolleg*innen der Kunstschule Lingen in zwei bereits existierende öffentliche Feste jeweils ein Erdfest integriert: einmal am 23. Juni in das Internationale Fest in Papenburg, an dem wir uns seit 25 Jahren beteiligen und tags darauf in das Welt-Kindertheater-Fest in Lingen. Zuvor hatten unsere Kunstschulen zwei Jahre lang in einem »ÄPfEL« genannten Programm künstlerisch mit Äpfeln geforscht (ÄPfEL bedeutet hier auch »Ästhetisches Programm für das Emsland«). Den Abschluss dieses Programms mit dem Erdfest zu verbinden war auch ein Aufruf zum Weitermachen.

Für unsere Erdfeste in Papenburg und in Lingen wollten wir im Rahmen der beiden oben genannten etablierten Feste Menschen zu einem ästhetischen Prozess und ergebnisoffenen Austausch mit Äpfeln einladen. Als Initiator*innen und verantwortlich Teilnehmende darüber nachzudenken, wie dies in einem solchen öffentlichen Raum mit »unbekannten« Menschen überhaupt geschehen kann, gehörte schon zur eigenen Vorbereitung, sowohl was die Materialien anging als auch die innere Haltung, mit der wir in den Prozess einluden.

Zur eigenen Einstimmung bereiteten wir den Platz sehr sorgfältig und mit Bedacht vor: eine blaue, runde Decke in Anlehnung an unseren blauen Planeten, sortierte Naturhölzer, »Erde« in Form von Tonklumpen und »natürlich« Äpfel als Mitwirkende. Mehrere Sitzkissen, die zum Mitmachen einluden, wurden sehr schnell von den ersten Kindern mit fragenden Augen eingenommen. Und nun?

Nach einem kurzen, einleitenden Gespräch über das Erdfest und die mitwirkenden Materialien begannen einerseits meditative Begegnungen damit und andererseits eine angeregte Kommunikation sowohl unter uns Teilnehmenden als auch mit Zuschauenden. Manche hielten nur kurz an, während einige auch über einen längeren Zeitraum dabeiblieben, sodass ein Gefühl von Zugehörigkeit und Verbundenheit miteinander entstand, und der Abschied sehr herzlich wurde. Einige dieser Begegnungen durften wir fotografieren.

Diese Fotos haben wir laminiert und am nächsten Tag beim Erdfest in Lingen in eine Mitmach-Kunstinstallation aus Bambusstöcken integriert, sodass das Erdfest in Papenburg mit dem beim Welt-Kindertheater-Fest in Lingen verbunden war. Dort konnten wir uns, gemeinsam mit unseren Kolleg*innen von der Kunstschule Lingen auf dem schönen Festivalgelände unter Bäumen ein weiteres Mal auf den von uns initiierten Erdfest-Prozess einlassen.

Bei beiden Festen gab es intensive Momente der Gestaltung und Begegnung, die wir »nur« beobachtend miterlebten, oder in die wir selbst involviert waren. In jedem Fall fühlten sich Menschen aller Altersgruppen eingeladen, an dem Prozess auf die eine oder andere Art mitzuwirken. Diese Bereitschaft zum Austausch in einem öffentlichen Rahmen zu erleben war sehr bereichernd für uns.

Petra Wendholz, Leiterin der Kunstschule Zinnober in Papenburg

Was kann es mit dem, was da so seltsam liegt, auf sich haben? Sich spielerisch annähern. Foto: Kunstschule Zinnober
Was kann es mit dem, was da so seltsam liegt, auf sich haben? Sich spielerisch annähern. Foto: Kunstschule Zinnober
Gemeinsam aus dem Moment heraus erkunden, was als nächstes dran ist. Foto: Kunstschule Zinnober
Gemeinsam aus dem Moment heraus erkunden, was als nächstes dran ist. Foto: Kunstschule Zinnober
Etwas gestalten und erspüren, wie dieses Gestaltete mitunter anfängt, einen anzublicken. Foto: Kunstschule Zinnober
Etwas gestalten und erspüren, wie dieses Gestaltete mitunter anfängt, einen anzublicken. Foto: Kunstschule Zinnober
Wie kann es möglich werden, im öffentlichen Raum zu einem ergebnisoffenen Austausch mit Äpfeln einzuladen? Foto: Kunstschule Zinnober
Wie kann es möglich werden, im öffentlichen Raum zu einem ergebnisoffenen Austausch mit Äpfeln einzuladen? Foto: Kunstschule Zinnober
Schauplatz unseres zweiten Erdfests im Rahmen des Welt-Kindertheater-Fests in Lingen. Foto: Kunstschule Lingen
Schauplatz unseres zweiten Erdfests im Rahmen des Welt-Kindertheater-Fests in Lingen. Foto: Kunstschule Lingen
Wieder neue, unvorhersehbare Begegnungen und Prozesse. Foto: Kunstschule Lingen
Wieder neue, unvorhersehbare Begegnungen und Prozesse. Foto: Kunstschule Lingen
Fotos vom Erdfest in Papenburg beim Erdfest in Lingen, sodass beides miteinander verbunden war. Foto: Kunstschule Lingen
Fotos vom Erdfest in Papenburg beim Erdfest in Lingen, sodass beides miteinander verbunden war. Foto: Kunstschule Lingen
Der Apfel hat die Form, die das Wasser am liebsten bildet und die auch die Erde hat: die Form der Kugel. Foto: Kunstschule Lingen
Der Apfel hat die Form, die das Wasser am liebsten bildet und die auch die Erde hat: die Form der Kugel. Foto: Kunstschule Lingen