Familie Weber

Verbindung und Durchdringung ist alles: Baumpilze verwandeln einen Birkenstamm in ihre eigene Körpersubstanz. Foto: Andreas Weber

Wir haben das Erdfest 2019 im nahen Wald gefeiert, auf einer Lichtung, die wir die »Hochzeitswiese« nennen. Hier steht eine vielstämmige Linde und neigt ihre gerade verblühten Dolden zum Boden, der mit weichem Waldgras und Johanniskraut bewachsen ist. Alte Kiefern und EIchen stehen vereinzelt auf der Lichtung. Am Rand der Wiese beginnt der Wald. Im Winter schlafen hier die Krähen zu hunderten auf den Ästen der Nadelbäume. Wir haben uns beim Fest an das gehalten, was der Mohawk-Älteste Tom Porter vor kurzem empfohlen hat: an einem Ort zusammen zu sein, der uns wichtig ist, der uns empfängt, dabei gemeinsam zu essen und zu trinken, nicht mit dem Auto zu fahren, nichts verbrauchen, der Erde danken. Alles kleine Schritte, kleine stille Momente der Anwesenheit, und viel Lachen. Das alles schenken wir der Erde, die uns dabei getragen hat.

Was im Deutschen Wald heißt, ist eigentlich eine Chiffre für das Ganze der fruchtbaren Wirklichkeit. Foto: Andreas Weber
Erdfest heißt in Verbindung treten – stofflich und seelisch. Gemeinsam zu essen, zu trinken und zu atmen ist schon ein Fest. Foto: Andreas Weber